Donnerstag, 28. Juli 2011

Oracle 10gR2 auf OEL Part 1: Virtualbox config

Diesesmal wollen wir eine Oracle 10.2 Datenbank auf Linux installieren. Die aktuellste Variante der Datenbank wäre zwar 11gR2; Oracle stellt allerdings hier eine fertige 11gR2 VMs zum Spielen an; ausserdem trifft man durchaus noch auf 10gR2 Datenbanken. Die genaue Installationsanleitung findet sich natürlich in der Dokumentation ;).

Will man eine vollständige Oracle Datenbank auf Linux installieren, so hat man die Qual der Wahl zwischen RedHat Enterprise Linux oder Suse Linux Enterprise Server. Natürlich könnte man mit ein paar Untergriffe den Universal Installer auch dazu bewegen, auf Ubuntu/Debian zu installieren; allerdings sind derartige Kombinationen auch in der realen Welt kaum in der Produktion anzutreffen. Man sollte sich eher an die zertifizierten Kombinationen halten.

Somit hat man wie bereits erwähnt die Wahl zischen RHEL und SLES; beide kostenpflichtige Betriebssysteme. Oracle bietet um dieses Problem zu umgehen eine kostenfreie Variante von RHEL an: Oracle Enterprise Linux. Oracle stellt diese distro auf EDelivery zur Verfügung; alles was man benötigt ist ein OTN Account.

Das ganze installiere ich auf einer Virtuellen Maschine in Virtualbox.
Auch dabei handelt es sich um eine nicht zu 100% zertifizierte Konfiguration; Oracle zertifiziert nur auf richtiger Hardware oder der Hauseigenen OracleVM (im Endeffekt steckt hier XEN dahinter). Für meine Zwecke tut es Virtualbox allemal.

Die prinzipielle Installation des Betriebssystem ist relativ simpel, weswegen ich das jetzt auch mal übergehe.
Als nächstes installieren wir die Gasterweiterungen für VirtualBox, damit der Mauszeiger nicht dauernd gefangen wird und auch copy&paste zwischen dem Host und dem Gast funktioniert und ähnliche nette Features. Dazu müssen ein paar Pakete installiert werden. Standardmässig ist allerdings kein YUM Repository konfiguriert; ich werde also zunächst Installations CD als Repository hinzufügen.

Dazu lege ich im verzeichnis /etc/yum.repos.d ein neues File oel.conf an (Alle befehle müssen (natürlich) mit dem root user ausgeführt werden)

[oel]
baseurl=file:///media/oel/Server
enabled=1

Danach importiere ich noch die Public Keys der Repositories:

rpm --import /media/oel/RPM-GPG-KEY
rpm --import /media/oel/RPM-GPG-KEY-oracle

Danach installiere ich die Pakete die für die Gasterweiterungen nötig sind:

yum update kernel
yum install gcc
yum install kernel-devel

Danach kann das Image für die Gasterweiterungen gemountet werden. Dazu einfach im Menü Geräte => Gasterweiterungen installieren... wählen, und das Image wird gemountet.

Danach muss nur noch das Installationsscript aufgerufen werden:

sh ./VBoxLinuxAdditions.sh

Danach sollten die Guest Addons problemlos funktionieren.

Ein sehr nettes Feature sind shared folders; Man kann am Gast System einen Ordner des Host Systems einbinden. Das ist sehr nützlich, da dann Files nicht mehr mühselig hin-und-her kopiert werden müssen.

Dazu wählt man im Menü Geräte => Gemeinsame Ordner..., und legt dort einen neuen Ordner an. Diesen Ordner benenne ich der Einfachheit halber oracle; es kann ein Beliebiger Pfad am Host System angegeben werden.
Danach kann der Order im Gast System eingebunden werden:

mount -t vboxsf oracle /home/oracle/share

Dabei gebe ich den Namen des vorhin erstellten Ordners (oracle) an, und den Pfad am Gastsystem.
Möchte ich den Ordner permanent einbinden, so kann ich dies indem ich obige Zeile in /etc/rc.local hinzufüge. Dieses Script wird ausgeführt, nachdem alle init Scripts durchgeführt wurden; somit wurden auch die Gasterweiterungen gestartet.
Eine detaillierte Ausführung über Shared Folders findet sich hier.

Da ich ein YUM Repository für die Install DVD eingerichtet habe, das Image aber beim Starten nicht ins Laufwerk einlegen kann da sonst der Installer wieder startet, lege ich das ISO image auch in den Shared Folder auf meinem Host, und füge eine weitere Zeile an rc.local an:

mount /home/oracle/share/Enterprise-R5-U3-Server-i386-dvd.iso /media/oel -t iso9660 -o ro,loop=/dev/loop0

Das ISO Image das ich vorher in die VM eingebunden habe liegt dem Gastsystem nun als ISO vor, das ich nun einfach mounte.

Somit bin ich mit der Basiskonfiguration von Oracle Enterprise Linux unter Virtualbox fertig, und die Installation kann beginnen ;).

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